Väternotruf

2021


 

 

Amtsgericht Weimar - Corona

Amtsgericht Weimar - 9 F 148/28 - Beschluss vom 08.04.2021:  ... hat das Amtsgericht Weimar durch …
im Wege der einstweiligen Anordnung beschlossen:
I. Den Leitungen und Lehrern der Schulen der Kinder A, geb. am …, und B, geboren am …, nämlich der Staatlichen Regelschule X, Weimar, und der Staatlichen Grundschule Y, Weimar, sowie den Vorgesetzten der Schulleitungen wird untersagt, für diese und alle weiteren an diesen Schulen unterrichteten Kinder und Schüler folgendes anzuordnen oder vorzuschreiben:
1. im Unterricht und auf dem Schulgelände Gesichtsmasken aller Art, insbesondere Mund-Nasen-Bedeckungen, sog. qualifizierte Masken (OP-Maske oder FFP2-Maske) oder andere, zu tragen,
2. Mindestabstände untereinander oder zu anderen Personen einzuhalten, die über das vor dem Jahr 2020 Gekannte hinausgehen,
3. an Schnelltests zur Feststellung des Virus SARS-CoV-2 teilzunehmen.
II. Den Leitungen und Lehrern der Schulen der Kinder A, geb. am …, und B, geboren am …, nämlich der Staatlichen Regelschule X, Weimar, und der Staatlichen Grundschule Y, Weimar, sowie den Vorgesetzten der Schulleitungen wird geboten, für diese und alle weiteren an diesen Schulen unterrichteten Kinder und Schüler den Präsenzunterricht an der Schule aufrechtzuerhalten.
III. Von der Erhebung von Gerichtskosten wird abgesehen. Die beteiligten Kinder tragen keine Kosten. Ihre außergerichtlichen Kosten tragen die Beteiligten selbst.
IV. Die sofortige Wirksamkeit der Entscheidung wird angeordnet.

 

 

 


 

 

 

 

„Meine Tochter war nie wieder bei mir“

Stand: 26.03.2021

Von Sabine Menkens
Politik-Redakteurin
Markus Witts Tochter ist laut einem Gerichtsgutachten „der Mama hörig“

Seine eigene Tochter will keinen Kontakt mehr zu Markus Witt – weil die Ex-Partnerin das Mädchen gegen ihn „in Stellung gebracht“ habe. Jahrelange Gefechte vor Gericht waren vergeblich. Die gezielte Entfremdung vom Kind stürzt manchen Elternteil in seelische Abgründe.

Das Kinderzimmer im ersten Stock des neugebauten Einfamilienhauses im brandenburgischen Teltow war schon hergerichtet. Die Wände weiß mit Farbtupfern aus grünen Blättermustern, ein Bett mit Stofftieren, Kinderbilder, Familienfotos. Hier sollte Markus Witts Tochter wohnen, wenn sie bei ihm ist. Doch das Mädchen hat ihr neues Zimmer nie gesehen. Seine Tochter, sagt Witt, sei ihm inzwischen völlig entfremdet.

2012 entschied er sich zu einer Trennung auf Probe von seiner damaligen Frau, der Mutter des Kindes. Die habe ihm gesagt, was ihn erwarten würde: „,Wenn du dich trennst, mache ich dir das Leben zur Hölle.‘ Es war ein Krieg mit Ansage.“ Aus Gerichtsakten wisse er, dass seine Tochter ihren Vater nicht mehr sehen wolle. Nie mehr.

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https://www.welt.de/politik/deutschland/plus229039819/Entfremdung-vom-Vater-Meine-Tochter-war-nie-wieder-bei-mir.html



 


 

 

 


„Ich habe meinen Sohn um Vergebung gebeten“

Als sie die Wahrheit erfuhren, brach eine Welt zusammen: Dass es die Samenspende eines anonymen Fremden war, mit der sie gezeugt wurden. Eine Gruppe von Halbgeschwistern kämpft um das, was ihnen rechtlich längst zusteht: Zu wissen, wer ihr wirklicher Vater ist.

Vielleicht ist die brennendste Sehnsucht, zu der Menschen fähig sind, die nach Wahrheit. Nach der Wahrheit über sich selbst. Und manchmal nimmt die Suche nach ihr krumme Wege. Ein Junge wächst mit dem älteren Bruder in einer intakten Familie auf, seine Mutter ist Gymnasiallehrerin, der Vater Physiker, beide lieben ihre Berufe und ihre Kinder. Und doch hat der Junge mitunter das Gefühl, etwas sei nicht so, wie es sein sollte.

Ein leiser Zweifel nur – stimmt wirklich was nicht, oder bilde ich mir das bloß ein? Keine Einbildung ist, was der Junge sieht: Vater und der ältere Bruder verstehen sich gut, sie eint ihr Faible für Naturwissenschaften. Er, Alexander, liebt Sprachen.

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25.02.2021

https://www.welt.de/vermischtes/plus227055599/Anonyme-Samenspender-Die-lange-Suche-nach-dem-Vater.html

 

 


Väteraufbruch für Kinder Berlin-Brandenburg e.V.

Der Väteraufbruch für Kinder Berlin-Brandenburg e.V. ist als gemeinnützig anerkannt gem. Freistellungsbescheid des Berliner Finanzamtes für Körperschaften vom 01.08.2016.


Für Spenden können entsprechend steuerbegünstigende Bescheinigungen ausgestellt werden.
Impressum

Väteraufbruch für Kinder Berlin Brandenburg e.V.


Postanschrift:

Bundesratufer 12
10555 Berlin
Tel. 030 2603 8493
www.berlin.vafk.de
berlin@vafk.de

Eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg 12563 NZ

Vorstand:

Vera Gardhoff-Yalcinkaya
Alexander Hahn
Karsten Kressmann
Karsten Rulofs (Kassierer)
Markus Witt (Vorsitzender)



https://berlin.vafk.de/index.php?id=bb-impressum

 

 


 

 

 

Umstrittenes Sorgerechts-Urteil Weil das Kind nicht zum Vater will

19.01.2021 auf MDR - Umschau

Bericht: Christiane Cichy - offenbar die Autorin des schlecht recherchierten und mit Falschaussagen und Halbwahrheiten (Fake-News) durchsetzten miserablen Beitrags.

https://www.ardmediathek.de/ard/video/umschau/umstrittenes-sorgerecht-urteil-weil-das-kind-nicht-zum-vater-will/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9mMjM5NDQxNS1iMjQ5LTQ4YjQtOGJhMy1lZDdmODJhYTg5Y2I/

 

Der MDR trompetet in die Welt: "Es ist die letzte Eskalationsstufe, die es bei Konflikten um das Sorgerecht gibt: der Streit vor Gericht. Ein Fall um ein 12-jähriges Mädchen und dessen Urteil sorgt derzeit in ganz Deutschland für Kopfschütteln."

Mit Kommentaren von Ludwig Salgo, Jörg Maywald, Sabine Walper und Carola Wilcke - kurz gesagt, die deutschen familienrechtlichen Sirenen und Rundumleuchten vom Dienst, na da weiß man woher der Wind weht, von der "alleinerziehenden" Mütterlobby und ihrer parlamentarischen Speerspitze im Deutschen Bundestag der vaterlosen Antiväterpartei "Die Linke".

Angeblich haben die Gerichte und das Jugendamt alles falsch gemacht und werden daher als mehr oder weniger als unfähig beschimpft, auch das Oberlandesgericht Hamm wird von der Rundumschelte nicht ausgenommen. Nur seltsamer Weise hat die Mutter anscheinend keine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, sonst würde auch noch dieses Gericht von den diensthabenden Sirenen als inkompetent erklärt werde.  

Der MDR verbreitet zudem noch echte Fake News, angeblich habe der Vater beantragt, "dass zur Durchsetzung der Kindesherausgabe auch Gewalt anzuwenden sei". Dabei zeigt der Film einen Gerichtsbeschluss, wo zu lesen ist:

"Der Gerichtsvollzieher wird ermächtigt, zur Durchsetzung der Kindesherausgabe Gewalt anzuwenden, ..."

Das ist aber der Wortlaut des von einem Richter verfassten Beschlusses, nicht aber ein Antrag des Vaters, den das MDR herbeifantasiert.

Das Jugendamt habe angeblich den Umgang ausgesetzt, behauptet der MDR, das ist aber völliger Quark, da das Jugendamt keinen Umgang aussetzen, kann, so lange ein oder beide Elternteile sorgeberechtigt sind, was hier der Fall war.

Eine Carola Wilcke darf in dem MDR-Beitrag unwidersprochen die Behauptung in die Welt setzen: "Das ist Folter was hier bei diesem Kind angewandt wird und das erinnert mich nen bisschen an Stasimethoden. ..."

Auf gut Deutsch also wohl die strafrechtlich verfolgbare Behauptung, der von der Linkspartei hofierten Carola Wilcke, das Amtsgericht Recklinghausen, das Oberlandesgericht Hamm und das Jugendamt Recklinghausen folterten ein Kind.

Und an solch einem MDR-Beitrag, wo eine solche krasse Behauptung und Anschuldigung von Carola Wilcke unwidersprochen vorgetragen wird, beteiligen sich: Ludwig Salgo, Jörg Maywald und Sabine Walper. 

Da können wir echt nur den Kopf schütteln, bei solch einer einseitigen und grottenhaft schlechter MDR-Dokumentation, die dann auch noch die Väter zwangsweise mit ihren GEZ-Gebühren mitbezahlen müssen.

Wo sind wir nur hingekommen in diesem Land.

 

Aufgeführt in der MDR-Doku-Soap:

 

- Gutachten offenbar von einem Prof. Dr. von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie ... https://www.ukm.de/index.php?id=kjp_stationen

 "ein Kinderpsychiater kommt zu dem Schluss" heißt es in der MDR-Märchenoper

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie

Univ.-Prof. Dr. med. Georg Romer
Direktor
Schmeddingstraße 50
48149 Münster

https://www.ukm.de/index.php?id=kjp_stationen

 

 

- an Herr Richter ... Amtsgericht Recklinghausen (2019)

 

- Jugendamt Recklinghausen

 

- Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln - Universität Witten / Herdecke

Dr.-Friedrich-Steiner-Str. 5

45711 Datteln

Internet: https://www.kinderklinik-datteln.de

 

- Werner Leitner - der regelmäßig ähnliche belanglose Wortbeiträge liefert, die ihm - werbemäßig sehr geschickt - neue Aufträge einbringen, mal pro Vater, mal pro Mutter, da ist er immerhin weltanschaulich neutral.

 

 

27.12.2020: "Carola Wilcke durchlebte vor Jahren einen Albtraum: Das Jugendamt hielt sie für eine Lügnerin mit Persönlichkeitsstörung und wollte ihr die Kinder wegnehmen, wie sie im Interview erzählt. Mittlerweile weiß sie, was in einem solchen Fall zu tun ist - und gibt ihre wertvollsten Tipps weiter.

...

Carola Wilcke hat seit 2015 Ausbildungen als Verfahrensbeiständin, Umgangspflegerin und Umgangsbegleiterin abgeschlossen, studiert Soziale Arbeit und ist ehrenamtlich für die Ombudschaft in Sachsen tätig. Zudem betreut sie ihre Selbsthilfegruppe "Löwenmamas" auf Facebook mit über 1.400 Mitgliedern. Auch in der Politik macht sie sich stark, wurde schon als Sachverständige für die Kinderkommission des Bundestages eingeladen und hielt auf der Familienkonferenz der Linken im Bundestag einen Vortrag zum Thema "Was brauchen Trennungsfamilien?".

...

Die Situation für mich und meine Kinder hat sich erst gebessert, als ich wieder in der Lage war, klar zu denken und unser Dilemma zu analysieren. Mit einer gehörigen Portion Selbstreflexion. Zu dieser Zeit habe ich eine Traumatherapie an der Uniklinik in Dresden gemacht, die für mich die Wende brachte. Dazu habe ich Unmengen an Fachliteratur verschlungen und mir ganz viel Wissen von „echten Experten“ angeeignet. Dazu habe ich mir Unterstützung in Selbsthilfegruppen, wie in der Gruppe Re-Empowerment und in der Mütterlobby, gesucht.

https://www.focus.de/familie/eltern/eltern-berichten/ehemalige-betroffene-gibt-tipps-wenn-das-jugendamt-grundlos-eingreift-so-schuetzen-muetter-sich-und-ihre-kinder_id_11472654.html

 

 


 

 

 


„Ideologische Konflikte“

Manipulationsvorwürfe um Giffeys Studie zu Trennungskindern

Stand: 10.02.2021

Von Sabine Menkens

Politik-Redakteurin

Kritiker fordern von Bundesfamilienministern Franziska Giffey (SPD), erste Ergebnisse der Studie zu Trennungskindern veröffentlichen

Eine Untersuchung zu Betreuungsmodellen für Trennungskinder bereitet Franziska Giffey Ärger: Vorwürfe werden laut, ihr Familienministerium wolle die Studie manipulieren und „mütterfreundlicher“ gestalten. Zudem sei der wissenschaftliche Beirat „kaltgestellt“ worden.

Als die damalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“ in Auftrag gab, waren die Erwartungen hoch. Endlich sollte es auch in Deutschland eine Untersuchung darüber geben, welches Betreuungsmodell für Kinder, deren Eltern sich getrennt haben, das beste ist: das gängige Residenzmodell mit einem klaren Lebensmittelpunkt bei einem Elternteil oder das Wechselmodell, bei dem Mutter und Vater sich zu annähernd ähnlichen Teilen um Betreuung und Erziehung ihrer Kinder kümmern. Ein Thema, über das seit Jahren heftigste Grabenkämpfe geführt werden.

„Die Gestaltung von Umgang und die Durchsetzung von Umgangsrechten gehört zu den sensibelsten, schwierigsten und zugleich streitträchtigsten Themen des Familienrechts“, hieß es daher auch in der Ausschreibung. „Ziel des Vorhabens ist es, fundierte Kenntnisse darüber zu erhalten, wie der Umgang und das Umgangsrecht gestaltet sein müssen, um den Bedürfnissen der Kinder am besten gerecht zu werden.“

Den Zuschlag für die Studie erhielt eine Bietergemeinschaft des Zentrums für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen von Franz Petermann und der Forschungsgruppe Petra unter der Leitung des Kinderpsychologen Stefan Rücker. Begleitend wurde ein wissenschaftlicher Beirat eingesetzt.

Das war im Jahr 2015. Laut Ausschreibung sollte das Forschungsvorhaben spätestens Ende 2018 mit der Abgabe des Schlussberichtes abgeschlossen sein.

Doch sechs Jahre später ist die mit Spannung erwartete Studie noch immer nicht veröffentlicht. Offiziell macht das Ministerium von Franziska Giffey (SPD) dafür Verzögerungen durch die lange Krankheit des inzwischen verstorbenen Bremer Professors Petermann verantwortlich. Klar ist aber auch, dass bereits seit dem Frühjahr 2019 Ergebnisse im Ministerium vorliegen.

Das habe ihm Studienleiter Rücker bereits bei einer Tagung im Mai 2019 mitgeteilt, sagt Marc Serafin. Der promovierte Sozialwissenschaftler ist Jugendamtsleiter in Sankt Augustin und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Studie. „Herr Rücker hat mir versichert, dass er eine abgeschlossene Arbeit abgegeben hat und in den nächsten Monaten mit der Veröffentlichung rechnet“, sagt Serafin. Rücker selbst darf sich dazu vertragsgemäß nicht äußern.

Das Familienministerium stellt die Sache hingegen ganz anders dar. Die Auswertung der Daten sei 2019 zwar weitgehend erfolgt, bei der abgegebenen Arbeit handele es sich aber lediglich um „erste Entwurfsteile der Studie in Rohfassung“, sagt eine Sprecherin. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse nicht.

Vorwurf der Manipulation

Das Ministerium zog im vergangenen Jahr Sabine Walper, die Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München, „zur Auswertung und Finalisierung der Studie“ hinzu. Gemäß wissenschaftlichen Standards müssten noch „vertiefende Analysen durchgeführt werden, damit auch das Zusammenspiel mehrerer potenziell wichtiger Faktoren in seiner Komplexität ausgewertet werden kann“.

Sabine Walper, Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts (DJI)

Walper gehört zwar dem wissenschaftlichen Beirat der Studie an, ihre Berufung erfolgte aber ohne Beteiligung des Gremiums. Spätestens seit Bekanntgabe dieser Entscheidung argwöhnen Kritiker, das Familienministerium wolle die Studie in seinem Sinne frisieren.

„Wenn das Familienministerium dem Studienleiter Redeverbot erteilt und das Kontrollorgan des wissenschaftlichen Beirats ausschaltet, dann wird es etwas zu verbergen haben“, sagt etwa Markus Witt, Mitglied im Bundesvorstand von Väteraufbruch für Kinder und Sprecher des Bündnisses Doppelresidenz.org, das sich für geteilte Elternschaft einsetzt.

Er ist überzeugt, dass die Ergebnisse der Wissenschaftler dem Familienministerium „nicht ins eigene, ideologisch geprägte Konzept“ passen: „Anstatt sich an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder zu orientieren, scheint man eher wissenschaftliche Ergebnisse manipulieren zu wollen.“ Dafür spreche auch das Engagement der „Haus-und-Hof-Wissenschaftlerin“ Walper, deren Institut zu mehr als 72 Prozent von den Aufträgen aus dem Familienministerium abhängig sei.

Ein harter Vorwurf, der im Ministerium für Entrüstung sorgt. Den Vorwurf, man wolle die Ergebnisse der Studie beeinflussen, weise man „entschieden und in aller Deutlichkeit“ zurück, sagt eine Sprecherin. „Diese Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage – genau wie der Verdacht, dass die Studie auf Betreiben des Familienministeriums ‚mütterfreundlicher‘ gestaltet werden soll.“

DJI-Forschungsdirektorin Walper reagiert gelassen. „Die Berichterstattung zeigt, wie dringend die Studie erwartet wird“, sagt sie. „Entsprechend arbeiten wir gemeinsam mit der Forschungsgruppe Petra unter Hochdruck und tun unser Bestes, um die Datenanalysen abzuschließen.“ In wenigen Wochen solle ein erster Kurzbericht mit zentralen Befunden veröffentlicht werden.

„Das weckt Misstrauen“

Bisher sind die Ergebnisse der Studie noch unter Verschluss. Nicht einmal der wissenschaftliche Beirat hat bislang Einblick in die Daten bekommen. „Ich hätte erwartet, dass uns die vorliegenden Ergebnisse zur Prüfung und Diskussion der methodischen Korrektheit vorgelegt werden, so wie es in der Wissenschaftscommunity üblich ist“, sagt Serafin. Stattdessen sei der Beirat vom Ministerium seit geraumer Zeit kaltgestellt worden.

„Darüber bin ich sehr unzufrieden, und das weckt Misstrauen, ob hier Ergebnisse hinter verschlossenen Türen im Ministerium umgedeutet werden.“ Sein Verdacht: „Es könnte manchen Akteuren nicht gefallen, dass sich aus den Studienergebnissen Reformansprüche an das bundesdeutsche Familienrecht ableiten lassen, das sich immer noch am überholten Familien- und Geschlechtsrollenbild der Hausfrauenehe orientiert und einseitig das Residenzmodell unterstützt.“

Gerade auch der Teil des feministischen Diskurses, der sehr stark auf die Betonung von Mütterautonomie setze, würde „bedrängt, wenn empirische Belege auf dem Tisch liegen, dass die gemeinsame Betreuung überlegen ist“.

Die Nürnberger Familienrechtlerin Hildegund Sünderhauf, ebenfalls Beiratsmitglied und eine erklärte Befürworterin des Wechselmodells, findet es bedenklich, dass ein hochkarätig besetztes Gremium wie der wissenschaftliche Beirat „einfach übergangen“ werde. „Es wurde immer wieder betont, wie wichtig es ist, eine deutsche Studie zum Thema Trennungsfamilien zu erstellen, obwohl zahlreiche internationale Studien nahelegen, dass das Getrennt-gemeinsam-Erziehen überlegen ist. Dass die Ergebnisse jetzt zurückgehalten werden, legt die Vermutung nahe, dass sie nicht in den politischen Raum gepasst haben.“

Doch ist das tatsächlich so? „Ich kann zu den Vorgängen keine Stellung beziehen, da mit dem Ministerium Stillschweigen vereinbart wurde, bis die Studie veröffentlicht ist“, sagt Studienleiter Rücker auf Anfrage. „Ich kann aber sagen, dass wir eine neutrale, unabhängige und nach strengen wissenschaftlichen Gütekriterien durchgeführte Arbeit vorgelegt haben.“

Den Ergebnissen dürfe er nicht vorgreifen. „Nur so viel: Sie sind weder ideologisch noch bedienen sie eine bestimmte Seite. Aus meiner kinderpsychologischen Praxis kann ich eindeutig sagen, dass es den Kindern überall da am besten geht, wo es gelingt, den Zugang zu beiden Elternteilen zu erhalten.“
Forderungen nach Veröffentlichung werden lauter

Für die interessierte Öffentlichkeit sind die bislang spärlich fließenden Informationen zu wenig. So klagen sowohl das Väter-Netzwerk e. V. als auch der Potsdamer Rechtsanwalt Ingo Stöckl mit Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz auf Herausgabe der Ergebnisse – bislang erfolglos. Und auch in der Politik wächst die Ungeduld.

„Alle Daten und Dokumente dienen der Nachvollziehbarkeit einer solchen Studie“, sagt der FDP-Familienpolitiker Daniel Föst. „Ministerin Giffey muss so oder so endlich klar Stellung beziehen und Transparenz schaffen. Was ist mit der Studie los? Welche Ergebnisse liegen vor? Welche Schlussfolgerungen muss man daraus ziehen?“ Das Familienrecht müsse so reformiert werden, dass es zu den Lebensrealitäten der Menschen passt. „Dafür brauchen wir eine wissenschaftliche Grundlage.“

Enttäuscht zeigt sich auch der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marcus Weinberg (CDU). Dass immer noch keine veröffentlichungsfähigen Ergebnisse vorliegen, liegt aus seiner Sicht auch an der „fehlenden Euphorie“ auf der Arbeitsebene des Familienministeriums. „Hier hat man – so der Eindruck – die von uns angeregte Studie nie so richtig gewollt.“ So habe das Ministerium 2016 auch ohne Absprache das Studiendesign geändert, sodass nur noch Kinder befragt werden durften, deren Eltern beide zugestimmt hatten. „Ausgerechnet die Kinder aus stark zerstrittenen Familien konnten dadurch nicht erfasst werden“, sagt Weinberg, der Mitglied im wissenschaftlichen Beirat ist.

„Der Streit zwischen teilweise schon dogmatisch vertretenen Positionen im Familienrecht über das ,richtige‘ Betreuungsmodell schwebte von Anfang an auch über dieser Studie“, beklagt Weinberg. „Wir brauchen aber keine ideologischen Konflikte, sondern Lösungen im Sinne der Kinder.“ Inzwischen sei die Atmosphäre so schwierig, dass es fast schon sinnvoll erscheine, mit den vorliegenden Daten und einer klaren Erwartungshaltung in der nächsten Legislaturperiode einen Neuanfang zu machen.

Für eine große Reform des Sorge- und Umgangsrechts, das hatte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) schon klargemacht, ist vor der Bundestagswahl ohnehin keine Zeit mehr.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article226110601/Franziska-Giffey-Vorwuerfe-um-Studie-zu-Trennungskindern.html



 

 


 


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