Alleinerziehende


 

 

 

Alleinerziehende

Die sogenannten "Alleinerziehenden", ein Hätschelkind der staatsbürokratischen SPD und der Muttipartei Bündnis90/Die GrünInnen, sind zu ca. 80 % keine wirklich Alleinerziehenden, sondern Getrennterziehende. Somit ist das Geschwafel von den "Einelternfamilien" ein ideologiegeschuldeter Schwindel, protegiert von der staatsbürokratischen SPD und der Muttipartei Bündnis90/Die GrünInnen.

Aber auch im Bundesfamilienministerium hat man keinen Interesse den Statistikschwindel aufzuklären, sonst hätte man schon längst eine seriöse Untersuchung in Auftrag gegeben, wie viele echte Alleinerziehende es tatsächlich gibt. Das dies bis heute nicht geschehen ist, kann nicht verwundern, müsste doch nach einer solche Untersuchung das SPD und CDU geführte Bundesfamilienministerium eingestehen, dass es jahrelang mit falsche Zahlen gearbeitet hat, grad so wie in der DDR unter Wirtschaftslenker Günter Mittag die Wirtschaftsdaten von Staats wegen gefälscht wurden. Leider steht in der Bundesrepublik nur Wahlfälschung unter Strafandrohung, nicht aber Fälschungen, die sich das Bundesfamilienministerium zu eigen macht.

Wirklich Alleinerziehende gibt es vermutlich nur zu 20 % von der Zahl wie sie die staatsbürokratische SPD und der Muttipartei Bündnis90/Die GrünInnen verbreitet, frei nach dem Motto, glaub keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Man könnte hier also auch von Fälscherparteien sprechen.

Echte Alleinerziehende sind davon wiederum nur diejenigen, wo ein Elternteil verstorben ist oder aus tatsächlichen Gründen nicht in der Lage ist, sich an der Betreuung und Erziehung der Kinder zu beteiligen, sei es dass dieser Elternteil im Gefängnis sitzt, im Ausland ohne ausreichende Reisemöglichkeit nach Deutschland oder in der Psychiatrie. Alle anderen Elternteile haben gemäß Artikel 6 Grundgesetz die Pflicht sich an der Pflege und Erziehung ihrer Kinder zu beteiligen. Wenn sie dies - aus welchen Gründen auch immer - nicht tun, ist der betreuende  Elternteil verpflichtet, im Interesse des Kindes den nichtbetreuenden Elternteil zur elterlichen Mitwirkung anzuhalten. Wenn dies auf freiwilligen Weg - auch mit Hilfe des Jugendamtes - nicht zu schaffen ist - muss das Familiengericht tätig werden, um Artikel 6 Grundgesetz durchzusetzen, soll dieser Artikel nicht nur eine hohle Phrase sein.

Die meisten Kinder, deren Eltern nicht zusammenleben, leben nicht in sogenannten Einelternfamilien, sondern in einer Trennungsfamilie.

Väternotruf, 06.07.2017

 

 

 

 

 


 

 

 

Alleinerziehende und die Statistik

Wo ist Papa?

Bei vielen Trennungskindern kümmern sich beide Elternteile. Doch die Statistik erfasst nur Alleinerziehende. Das geht an der Lebensrealität vorbei.

Meine drei Kinder halten sich regelmäßig über 40 Prozent der Zeit bei mir auf. Meine Ex-Frau und ich sind in diesem Sinne beide teilzeiterziehend. Wir teilen uns die Sorge um unsere gemeinsamen Kinder. Diese einfache, und inzwischen weit verbreitete Lebensrealität kommt in der amtlichen Statistik des Berliner Senats leider nicht vor. Dort erscheinen Mütter, bei denen die Kinder polizeilich gemeldet sind, alle als alleinerziehend. Egal, ob der Vater auch das Sorgerecht hat. Und egal, ob der Vater sich im Alltag auch um die Kinder kümmert.

Der jüngst erschienene Gender-Datenreport der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen enthält Daten, die erwartungsgemäß für viel Aufmerksamkeit gesorgt haben: Bei einem Drittel der Berliner Familien mit Kindern unter 18 Jahren handelt es sich um Alleinerziehende.

Bei Familien mit einem Kind unter 18 Jahren sind es sogar fast 40 Prozent. Und: Der Anteil der Frauen an den Alleinerziehenden mit einem Kind beträgt 89 Prozent, mit zwei und mehr Kindern sogar 94 Prozent. Leider blendet die amtliche Statistik einen nicht unbedeutenden Teil der Realität aus: die Väter. Haben Kinder von alleinerziehenden Müttern etwa keine Väter? Warum enthält der Gender-Datenreport keinerlei Informationen über sie? Wenn man diese Statistik betrachtet, scheint es so, als ob mehr als ein Drittel der Familien in Berlin gänzlich vaterlos sind. Als ob Kinder keinen Umgang mit ihren Vätern hätten. Und als ob sie keinen Anteil an ihrer Erziehung hätten.

Dass es auch anders geht, zeigt der 2006 erschienene siebte Familienbericht der Bundesregierung. Darin heißt es: „Eine Ehescheidung beendet ein Familiensystem nicht, es reorganisiert es tiefgreifend.“ In der Realität, so zeigt der Bericht, gehört zu einer Familie auch nach einer Trennung oder Scheidung der Vater dazu. Zwar nimmt in der Regel die Zeit, die er mit den Kindern verbringt, nach einer Scheidung ab. Tatsächlich zieht bei fast einem Viertel der Väter die Trennung von der Mutter den Kontaktabbruch zum eigenen Kind nach sich, wie eine Studie des Bremer Soziologen Gerhard Amendt über „Trennungsväter“ zeigt. Das heißt aber auch: Drei Viertel der Väter haben nach der Trennung weiter Kontakt zu ihren Kindern. Väter verschwinden nach einer Trennung oder Scheidung nicht automatisch aus dem Leben ihrer Kinder – wie die Statistik des Berliner Senats suggeriert.

Immer mehr Väter von heute interessieren sich für ihre Kinder, wollen mit ihnen Zeit verbringen und beteiligen sich an ihrer Erziehung im Alltag. Ihre alltägliche Sorge für die Kinder endet nicht plötzlich, nur weil es zur Trennung von der Kindesmutter kommt. Trotzdem zeigt die Statistik einen ständigen Zuwachs alleinerziehender Mütter. Welche Realität wird hier dokumentiert? Und wem nützen solche Statistiken?

Rechtlich sind Trennungs- und Scheidungskinder schon lange keine „Waisenkinder“ mehr. Kinder haben ein Recht auf beide Elternteile. Bei ehelichen Kindern verbleibt das Sorgerecht nach der Scheidung in aller Regel bei beiden Elternteilen. Nur bei den nichtehelichen Kindern hinkt das deutsche Recht noch hinterher. Väter von nichtehelichen Kindern erhalten bekanntlich hierzulande nach der Trennung das Sorgerecht nur dann, wenn die Mutter dem zustimmt. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesjustizministeriums zeigt, dass die Mütter häufig die gemeinsame Sorgeerklärung verweigern, weil sie Konflikte mit dem Ex-Partner vermeiden wollen und sie in dieser Auffassung von den Jugendämtern häufig auch noch bestärkt werden. Dies mag pragmatisch gedacht sein, verletzt aber das Recht des Kindes auf den Vater. Dies ist nur dann legitim, wenn das Kindeswohl eindeutig gefährdet ist. Kinder haben ein Recht auf ihre Väter und sie brauchen sie. Deshalb ist es gut, dass die Väterrechte heute sukzessive gestärkt werden. Auch die Verantwortlichen für den Gender-Datenreport – federführend ist Wirtschaftssenator Harald Wolf – müssen ihre soziale Realität möglichst schnell neu konstruieren. In einer Welt mit Kindern gibt es auch noch die Väter. Eine Statistik, die dies leugnet, ist wertlos.

Der Autor ist geschiedener Vater von drei Kindern und Mitglied bei Väteraufbruch e.V.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/wo-ist-papa/4162720.html

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Was soll man schon von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in dessen Fluren der Muff der siebziger Jahre fester steht, als die Berliner Mauer je gestanden hat, anderes erwarten als das ewig gleiche Gedöns von den armen benachteiligten Frauen und den armen alleinerziehenden Müttern, um die sich der vormundschaftliche Staat kümmern muss. Bei dieser verstaubten Senatsverwaltung hilft keine Reform mehr, sondern nur noch konsequente Entlassung aller dort tätigen FrauenbefürsorgerInnen und ein völliger Neuaufbau mit jungen Männern und Frauen für die Geschlechterdemokratie kein Fremdwort ist.

 

 


 

 

Alleinerziehende

Von Paul-Hermann Gruner

Edel, hilfreich und gut, gleichzeitig aber auch arm, geschunden, ohne jede Eigenverantwortung in Not geraten, das ist heute unser Prototyp des sozialen Problemfalles: die Alleinerziehende. Eine Allzweckwaffe.

Sucht eine Talk-Show ein Opfer der industriellen Moderne, der internationalen Finanzkrise, der postpubertären Verelendung, der alltäglichen Prekarisierung - dann greift sie zu dieser jungen Frau mit Kind oder Kindern. Und die lächelt dann gefasst in die Kamera und lässt uns teilhaben am Elend.

Früher hätte man in Sachen Elend und Verarmung vielleicht einen Obdachlosen präsentiert, der im Stadtwald campiert, eine verarmte Seniorin ohne Witwenrenten-Anspruch, einen teilamputierten Gerüstbauer, der keinen Arbeitsplatz mehr findet - heute stellt all diese Schicksalsschläge die Alleinerziehende alle in ihren großen, dicken, unhinterfragten Schatten.

Ihre Gruppe wächst in Deutschland staunenswert schnell - genauso die Kosten für ihre Alimentierung. Im Osten der Republik bilden Alleinerziehende 26 Prozent aller Haushalte mit Kindern. Bundesweit leben heute 2,2 Millionen Kinder leben in rund 1,6 Millionen Ein-Eltern-Familien. Die rund zehn Prozent alleine erziehenden Väter taugen aber nicht zur Vorführung als bedauernswertes Etwas; dazu braucht es das Optimum, die Alleinerziehende mit der fünffachen Mitfühl-Voraussetzung: jung, weiblich, vom bösen Manne verlassen, systemisch benachteiligt, in steter Sorge ums Kind verzehrt. Dagegen wirken verschüttete Erdbebenopfer fast schon privilegiert.

Die Alleinerziehende aber muss weiterleben. Einer kalten Gesellschaft trotzen, ins Fernsehen ziehen, beispielhaft auftreten als das dringlich zu päppelnde Plüschtier des Wohlfahrtsstaates. In einer Talk-Show war jüngst eine vierfache Mutter zu erleben, die im geerbten Haus lebt, rund 1700 Euro an staatlicher Transferversorgung bezieht und dies als am Rande der Asozialität vorführte: ein Leben auf dem Sofa der Jammer-Nische.

Was nervt bei der Heroisierung der Alleinerziehenden, ist die Fehletikettierung ihrer Lebensform als großartig, unabhängig oder selbstbewusst. Peinlich ist die politisch korrekte Umschiffung der Erkenntnis, dass das Ein-Eltern-Phänomen anwächst auch aufgrund gezielter individueller Lebensweg-Entscheidungen. Ob aus Not, Wagemut oder Leichtherzigkeit - auf alle Fälle finanziert von der Solidargemeinschaft.

In Jahrzehnten wurde das Versorgungssystem für Alleinerziehende so perfektioniert, dass Papa Staat den realen Papa leger ersetzen kann. 40 Prozent der Alleinerziehenden, vom Sozialrecht begünstigt, erhalten Hartz-IV-Bezüge und dies zu besseren Konditionen als andere Bedürftige. Arbeit suchen lohnt sich da finanziell nicht mehr - wie inzwischen auch die Bundesagentur für Arbeit einräumt. Und es lohnt sich auch nicht - mal ganz aufs Materielle geschaut -, neue Partner zu suchen. Damit arbeitet die staatliche Umsorgung der Alleinerziehenden mit an der Verhinderung von Kindheit in ach so schrecklich konventionellen Zwei-Eltern-Familien.

Man könnte natürlich jetzt fragen, warum sich mehr als die Hälfte der Alleinerziehenden von den Vätern schon trennt, bevor das Kind überhaupt da ist. Warum Verhütung offensichtlich so kompliziert ist im 21. Jahrhundert. Warum man nichts wissen will von der Zahl der Kindesmisshandlungen durch überforderte Alleinerziehende. Ob nicht die armen Mütter genauso beziehungsunfähig sind wie die pauschal gescholtenen Väter. Ob überhaupt die Kultur der organisierten Vaterlosigkeit - mit Ersatzpapi Staat im Hintergrund - längst ein geheimes Leitmotiv ist.

Aber nein, solche Fragen sind tabu. So viel Frauenverachtung können wir nicht zulassen.

Paul-Hermann Gruner, geboren 1959, ist Politikwissenschaftler und Historiker. Seit Beginn der 80er-Jahre tätig als bildender Künstler mit den Schwerpunkten Montage, Installation und Performance. Seit 1996 in der Redaktion des "Darmstädter Echo", daneben Veröffentlichungen in regionalen und überregionalen Zeitungen, satirische Texte, Buchpublikationen unter anderem zu Sprachpolitik und Zeitgeistkritik.

05.02.2010

Deutschland Radio Kultur

 

 

 


 

 

Zu Tränen gerührt - Soap Opera von Estafania Küster, Ex-Freundin von Dieter Bohlen:

"Ich muss wie alle allein erziehenden Mütter in Deutschland arbeiten und auf eigenen Beinen stehen."

 

Bild-Zeitung, zitiert nach "Berliner Zeitung", 28.09.2006, S. 36

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

Wie Frau Küster auf die Idee kommt, alle allein erziehenden Mütter in Deutschland würden arbeiten, bleibt ein Rätsel. Richtig ist vielmehr, dass viele der sogenannten allein erziehenden Mütter nicht nur den Vater des Kindes für eine Nebenfigur halten, sondern sich auch noch ihren Lebensunterhalt vom Staat finanzieren lassen. Es ist ja viel einfacher vier Mal im Jahr zum Jobcenter zu gehen, als einmal als Putzhilfe sich sein Geld selber zu verdienen.

 

 

 


 

 

 

 

Elterngeld: VAMV fordert die Gleichstellung von Alleinerziehenden

Ein Bündnis von Sachverständigen und Verbänden hat am 12.9.2006 einen gemeinsamen Alternativvorschlag zur Berechnung des Elterngeldes bei Mehrkindfamilien vorgestellt. Die Vorschläge werden in einer ungewöhnlichen Breite unterstützt von Wissenschaftler(inne)n, Praktiker(inne)n, Unternehmerverbänden, Gewerkschaften, Sozialverbänden, Familien- und Frauenverbänden.

Der Vorschlag sieht einen Geschwisterbonus von 10 Prozent zum Elterngeld mindestens jedoch 75 Euro monatlich für Familien mit zwei Kindern unter drei Jahren oder drei und mehr Kindern unter 6 Jahren vor.

Außerdem sollen die Elterngeldzeiten aus dem maßgeblichen Einkommenszeitraum herausgerechnet werden, damit keine Benachteiligungen bei kurzen Geburtenfolgen entstehen. Der bisher vorgesehene Geschwisterzuschlag soll gestrichen werden.

Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV erläutert: „Das vorgeschlagene Modell berücksichtigt besonders die Lebenssituation von Alleinerziehenden, die auch neben der Betreuung von kleinen Kindern erwerbstätig sein müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Hier stellt die Erhöhung des Elterngeldsatzes für Geschwisterkinder eine echte Verbesserung gegenüber dem Gesetzentwurf dar.“

Korrekturen sind auch bei der Regelung zu den „Partnermonaten“ notwendig. Zurzeit hätten Alleinerziehende mit gemeinsamer Sorge keinen Anspruch auf die zwei Bonusmonate, da außerhalb des Haushalts lebende Partner(inne)n das Elterngeld nicht beziehen können. Die beiden Monate würden so verfallen. „Diese Regelung ist eine Benachteiligung von Alleinerziehenden.“ so Edith Schwab „Wenn getrennte Eltern mit gemeinsamer Sorge keine Möglichkeit haben, die Bonusmonate zu erhalten, werden zukünftig mehr Mütter und Väter die Alleinsorge anstreben.“ Der vorliegende Gesetzentwurf muss so geändert werden, dass alle Alleinerziehenden unabhängig von ihrer Sorgeregelung die zwei zusätzlichen Monate beziehen können. Dazu wurden im parlamentarischen Verfahren vernünftige Vorschläge unterbreitet, ohne dass sie bisher erkennbar aufgegriffen worden wären.

Quelle: Pressemitteilung des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e. V. vom 12.9.2006

 

 

 

 

 

Kommentar Väternotruf:

 

"Ein Bündnis von Sachverständigen und Verbänden" hat sich mal wieder versammelt, um die Klagen sogenannter "alleinerziehender Mütter" Gewicht zu verleihen. Die "Deutsche Liga für das Kind" greift diese Klage in ihrem Newsletter Nr. 186 vom 14. September 2006 auf, man kann sich nicht erinnern, dass die "Deutsche Liga für das Kind" - post@liga-kind.de - einmal Statments des "Väteraufbruch für Kinder e.V." veröffentlicht hätte, des größten deutschen Interessenverbandes getrennt erziehender Väter und Mütter. Ob das für oder gegen die "Deutsche Liga für das Kind" spricht, mag jeder für sich selbst beantworten.

 

Komisch, dass sich von dem eigenartigen Bündnis von Sachverständigen und Verbänden" niemand dafür zu interessieren scheint, wie auch getrennt lebende Väter wenigstens zwei Elternmonate in Anspruch nehmen können. Dabei wäre das ganz einfach. Man könnte zum Beispiel eine solche Regelung treffen, dass diese Eltern die zwei Monate auch bis zum 6. Lebensjahr des Kindes nehmen können. So bliebe beispielsweise diesen Vätern die Möglichkeit, den Kontakt zum Kind in aller Ruhe zu entwickeln und später, so z.B. auch im fünften Lebensjahr die beiden Elternmonate zu nutzen.

Statt einen solchen vernünftigen Vorschlag zu entwickeln, droht Edith Schwab, Bundesvorsitzende des VAMV, durch die Hintertür verstärkte Anträge auf Entzug der elterlichen Sorge für Väter an. Das ist nicht nur unfein, sondern sogar irgendwie ziemlich mies.

 

 

 

 


 

 

 

 

Alleinerziehende

Wenn dem Kind der Vater fehlt

 

 

 

Väter gehen mit ihren Kindern körperlich anders um, fordern die Kinder heraus, unterstützen Selbstständigkeit.

Foto: dpa

 

 

Die späte Erkenntnis: Väter sind wichtig

Eine Vaterfigur, glauben Psychoanalytiker, sei notwendig, um sich irgendwann von der Mutter zu distanzieren und eine eigene Geschlechtsidentität zu entwickeln. Väter gehen mit ihren Kindern auch körperlich anders um, fordern die Kinder heraus, unterstützen Selbstständigkeit. „Man hat lange gebraucht, bis man verstanden hatte, dass die Andersartigkeit der Väter wichtig ist“, sagt Inge Seiffge-Krenke, Entwicklungspsychologin an der Universität Mainz.

Die Jungen mit zu wenig männlichem Zuspruch „fühlen sich langsam umzingelt“, glaubt Matthias Franz. „Das kann zu hypermaskulinen Verhaltensweisen führen.“ Er verweist auf aggressive Vorbilder, mit denen vaterlose Jungen von Kino und Fernsehen zielgruppengerecht gefüttert würden. Zahllose Filme liefen nach dem selben Muster ab: „Da lernen immer starke Männer kleine Jungs an. Das sind idealisierte Ersatzpapas.“

 

 

Seelisch stabile Kinder verkraften die Trennung

Rotraud Erhard, die in Österreich Studien zum Thema ausgewertet hat, warnt aber davor, mit nur einem Elternteil Aufgewachsene pauschal als bedroht zu anzusehen. Seelisch stabile Kinder kämen mit der Situation zurecht: „Wenn solche Kinder mit einer intakten Vaterbeziehung aufwachsen, ist das eher ein Bonus.“ Und schon die Anwesenheit eines Stiefvaters oder häufige Besuche nach einer Scheidung könnten helfen.

 

 

 

Ein Kind kann leicht zehn Jahre alt werden, bevor es in der Schule zum ersten Mal auf eine männliche Bezugsperson stößt.

Foto: dpa

 

 

Dennoch, so Epidemiologe Franz, sei mehr Unterstützung für Alleinerziehende geboten. Wirtschaftliche Not und Isolation könnten diese unfähig machen, ihre Kinder zu erziehen: „Wer depressiv ist, kann sich nicht in sein Kind einfühlen – der braucht selbst Unterstützung.“ Alleinerziehende sollten schon in der Geburtsklinik Hilfsangebote bekommen.

 

 

Arbeitsplatz Kindergarten - auch was für Männer

Der Mangel an männlichen Bezugspersonen kann so aber nicht ganz ausgeglichen werden. In einer Forderung stimmen daher alle Experten überein: „Mehr Männer in die Kindergärten!“ Wie man das erreicht, machen die Skandinavier vor: „Diese Berufe dürfen für Männer finanziell und vom Image her nicht so unattraktiv sein“, sagt Ulrike Lehmkuhl.

Die Folgen sollten nach den neuen Ergebnissen auch Krankenkassen interessieren, betont Franz. Die Gesellschaft müsse sich zusammentun, um Schäden und damit Kosten durch Vaterlosigkeit vorzubeugen: „Das Ganze hat eine volkswirtschaftliche Dimension.“

(SZ vom 10.9.2004)

 

http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/935/38897/3/

 

 

 

 


 

 

Statistisches Bundesamt: 91% der allein Erziehenden sind Frauen

Zum internationalen Frauentag am 8. März 2005 teilte das Statistische Bundesamt mit, dass 91% der Allein-Erziehenden-Haushalte solche von Frauen mit Kindern sind.

Neben diesem Ergebnis liefert die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) mit Daten aus dem ersten Halbjahr 2003 weitere Einblicke in das Leben der allein Erziehenden. Haushalte allein Erziehender erzielten ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von monatlich 2089 Euro, das sind 61% des Bruttomonatseinkommens aller Haushalte (3454 Euro). Knapp 44% des Haushaltsbruttoeinkommens allein Erziehender stammten aus öffentlichen und nichtöffentlichen Transferleistungen, verglichen mit 31% im Durchschnitt aller Haushalte. Auf staatliche Leistungen (z.B. Kinder-, Wohn-, Erziehungsgeld, Sozialhilfe u.ä.) entfielen 31% (639 Euro) ihres Bruttoeinkommens. Nichtöffentliche Transferzahlungen – hauptsächlich Unterhaltsleistungen – machten 13% aus (271 Euro; reine Unterhaltsleistung: 249 Euro). Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben verblieben den Haushalten allein Erziehender monatlich 1810 Euro an Einkommen zur Lebensführung (Durchschnitt aller Haushalte: 2820 Euro). Paare mit Kind(ern) hatten

mit 3820 Euro mehr als das Doppelte. Aufgrund des geringeren ausgabefähigen (verfügbaren) Einkommens mussten allein Erziehende effizienter wirtschaften und knapper kalkulieren als der Durchschnittshaushalt. Den weit überwiegenden Teil ihres verfügbaren Einkommens mussten sie für Konsumausgaben aufwenden: Mit 88% wiesen allein Erziehende die höchste Konsumquote auf (Durchschnitt: 75%). Zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse (Wohnen, Nahrungsmittel, Bekleidung) hatten die allein Erziehenden mit 57% (906 Euro) ihres Konsumbudgets anteilig die höchsten monatlichen Ausgaben im Vergleich aller Haushalte (Durchschnitt: 52% bzw. 1096 Euro).

Die Ausgaben für Nachrichtenübermittlung nahmen bei den allein Erziehenden einen größeren Anteil am Konsumbudget ein als im Durchschnitt aller Haushalte, nämlich 4,5% gegenüber 3,1%. Hier lagen sie auch beim Ausstattungsgrad mit den entsprechenden Gebrauchsgütern über dem Durchschnitt. Während der Ausstattungsgrad mit Personalcomputern Anfang 2003 im Bundesdurchschnitt bei 61% lag, besaßen 75% der allein Erziehenden einen PC. Jeder zweite Allein- Erziehenden-Haushalt hatte einen Internet-Anschluss (Durchschnitt: 46%), 84% besaßen ein Mobiltelefon (Durchschnitt: 73%). Ähnlich hohe Ausstattungsgrade mit modernen Informations- und Kommunikationsgütern fanden sich nur bei Paarhaushalten mit Kindern.

Wegen der notwendigen primären Konsumorientierung verblieben den allein Erziehenden zum Sparen durchschnittlich nur 104 Euro im Monat, das war mit 6% des verfügbaren Einkommens die niedrigste Sparquote aller Haushalte. Paare mit Kind(ern) wiesen mit 14% die höchste Sparquote auf. Sie legten im ersten Halbjahr 2003 monatlich mehr als das Fünffache (546 Euro) zur Seite.

Aufgrund ihrer geringen Sparmöglichkeiten verfügten allein Erziehende mit 10.800 Euro über das niedrigste Bruttogeldvermögen (Durchschnitt: 40.300 Euro). Im Vergleich dazu besaßen Paare mit Kind(ern) mit 39.400 Euro fast das Vierfache. Auch beim Immobilienvermögen standen die allein Erziehenden mit einem durchschnittlichen Verkehrswert von 32.600 Euro am unteren Ende der Skala (Durchschnitt: 109.700 Euro). Im Vergleich dazu betrug das Immobilienvermögen von Paaren mit Kind(ern) mit 146.800 Euro das 4,5- fache.

Ursächlich für das geringe Immobilienvermögen war die mit 18% niedrige Wohneigentümerquote der allein Erziehenden (Durchschnitt: 43%). Dagegen lebten 58% der Paarhaushalte mit Kind(ern) in den eigenen vier Wänden. Allein Erziehende bewohnten im Durchschnitt eine Fläche von 78 qm. Damit stand ihnen im Vergleich zu Paaren mit Kind(ern) (115 qm) eine um rund 36 qm geringere Wohnfläche zur Verfügung.

Quelle: Statistisches Bundesamt vom 7.3.2005

 

 


 

 

Immer mehr Kinder wachsen bei "Alleinerziehenden" auf

Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen bei Alleinerziehenden auf: Fast jeder siebte Minderjährige (fünfzehn Prozent) lebte im Mai 2003 entweder bei einer alleinerziehenden Mutter oder einem Vater. Das sind drei Prozentpunkte mehr als sieben Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am 12. Mai auf der Grundlage des Mikrozensus berichtete. Die Zahl der Kinder unter achtzehn Jahren sank gleichzeitig von 15,6 auf 14,9 Millionen. Mit 79 Prozent werden zwar immer noch die meisten Kinder bei einem Ehepaar groß. 1996 waren es aber noch 84 Prozent. Die Zahl der unter Achtzehnjährigen, die in nichtehelichen oder gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften erzogen werden, stieg um zwei Punkte auf sechs Prozent.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13.5.2004

 

Anmerkung Väternotruf:

Die Zeitungsmitteilung ist natürlich nicht korrekt, denn ca. 60 Prozent aller Kinder, die nicht mit beiden Eltern zusammenleben, haben Kontakt zum anderen Elternteil, meist dem Vater, der daher natürlich auch miterzieht. Die sprachliche Ausgrenzung dieser Elternteile erfolgt teils gedankenlos, so wie z.B. von der Frankfurter Allgemeinen oder mit politischen Kalkül wie beim sogenannten "Verband alleinerziehender Mütter und Väter" VAMV.

 

 

 


 

"Allein erziehend

Tipps und Informationen"

in 14. überarbeiteter Auflage hat der "Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e.V."  seine Broschüre 2002 mit 192 Seiten neu herausgegeben. 

So weit so gut und auch informativ, mal abgesehen von solchen Sprüchen der Bundesvorsitzenden des VAMV Edith Schwab wie "Jede fünfte Familie in Deutschland ist eine Einelternfamilie" und der katastrophalen Buchempfehlung "Alleinerziehen als Befreiung. Mutter-Kind-Familien als positive Sozialisationsformen und als gesellschaftliche Chance" von Frontfrau Anita Heiliger, 1991. 

Pikant wie in jedem Jahr, das Bundesfamilienministerium hat wieder als Geldgeber fungiert und sich damit einseitig parteilich auf die Seiten der sogenannten "Alleinerziehenden" (Mütter) gestellt. Für eine entsprechende Broschüre für sogenannte "nichtbetreuende Elternteile" sieht das Bundesministerium offenbar keinen Bedarf, sollen die doch bleiben wo der Kuckuck ruft, mag man da den Verantwortlichen im Ministerium unterstellen. 

Doch alles hat seine Zeit, Honecker ist verschwunden, Kohl auch und eines Tages werden auch die Einelternlobbyisten in der Bundesregierung dahin gehen, wo sie hingehören, aufs Altenteil mit hoffentlich gekürzter Rente.

Abgesehen von den ideologischen Ballast und Müll, den die Broschüre präsentiert, läßt sich der inhaltliche Teil ganz gut auch für "getrennterziehende" Väter und Mütter nutzen. Vielleicht kommt das Bundesfamilienministerium ja auch mal auf die Idee, selbst eine Broschüre, bereinigt vom "Einelterngefasel", für alle getrenntlebenden Eltern  herauszugeben.

Die Broschüre kann man beim VAMV bestellen.

vamv-bundesverband@t-online.de

 

www.vamv.de

 


 

 

Prof. Dr. Jörg M. Fegert

Kinder- und Jugendpsychiater und - psychotherapeut, Universität Ulm

 

Jörg Fegert ist Professor am Universitätsklinikum Ulm und einer der wenigen verbliebenen Leute aus dem professionellen Bereich, der sich, wenn auch in verdeckter Form für die alleinige elterliche Sorge (für Mütter?) engagiert. Daher kann es auch nicht verwundern, wenn er immer wieder gern gesehener Gast auf Veranstaltungen von Alleinerziehenden Mütterverbänden ist. So z.B. in der Veranstaltung "Alleinige Sorge - ein Auslaufmodell" des sogenannten "Berlin-Brandenburgisches Bündnis Kindschaftsrecht" am 30.10.2002 in Berlin.

Er scheut sich nicht, dort unter dem Titel "Alleiniges Sorgerecht als Chance für Eltern und Kinder" gemeinsam mit der Rückwärtsfeministin Anita Heiliger, aufzutreten, die bundesweit für ihre väterfeindlichen Positionen bekannt ist. 

 

"Bischof, ich kann fliegen, sagte der Schneider zum Bischof

Es wird nie ein Mensch fliegen Sagte der Bischof vom Schneider", heißt es in einem Gedicht von Bertolt Brecht. Auch wenn der Schneider am Boden zerschellte, der Traum vom Fliegen ist wahrgeworden. Genau so eine Selbstverständlichkeit wie das Fliegen wird es mit der gemeinsamen elterlichen Sorge sein, von der die GegnerInnen und ihre intellektuellen ZuarbeiterInnen behaupten, sie wird nicht funktionieren, solange es die Mutter nicht will. Womit sie sogar recht haben, wenn der Mutter keine Grenzen gesetzt werden und Elternverantwortung für sie ein Fremdwort bleibt, und die HelferInnen daher dem Gericht vorschlagen dem Vater schon mal prophylaktisch das Sorgerecht entziehen. 

 Woher das Engagement von Fegert gegen die Gemeinsame elterliche Sorge kommt, läßt sich wie auch bei andern GegnerInnen nur vermuten. Wahrscheinlich sind es biographische Umstände, die einen Menschen in so abstruse Gedankengänge bringen, dass ein Kind kein absolutes Recht auf Mutter und Vater und die dazugehörige rechtliche Symbolik hätte.

Vielleicht ist er als Sohn einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, mit einem Vater der nicht in Erscheinung getreten ist, sei es dass er auch ausgegrenzt wurde oder von sich aus den Sohn im Stich gelassen hat. Wie kann man sonst das Engagement von Fegert für "Alleinerziehende" erklären?

So z.B. in dem Buch "Hilfen für Alleinerziehende. die Lebenssituation von Einelternfamilien in Deutschland", J. M. Fegert; U. Ziegenhain (Herausgeber), Weinheim, Basel, Berlin, 2003 

 

Möglicherweise lässt sich Fegert in seinem Engagement gegen die Gemeinsame Sorge auch von seinem klinischen Arbeitsfeld schwerstgeschädigter Kinder und Eltern leiten und verallgemeinert dies auf die übliche "normale" Trennung. Vielleicht daher seine Bedenken gegen die Gemeinsame Sorge und gegen Väter. 

Das Parental Alienation Syndrome (PAS) hält Fegert für eine bloße Fiktion. Nun, man guckt halt immer nur durch die Brille, die man gerade aufhat. Meine Oma suchte gar mal ihre Brille, bis sie nach einer halben Stunde mitbekam, dass sie sie auf der Nase hatte.

Eigenartig das Beharren von Fegert auf der "Sicherung des Kindeswohls" bei einer Scheidung. Vielleicht hängt sein herausgestelltes Interesse am "Kindeswohl" auch mit dem Beweis der eigenen Unabkömmlichkeit (Experte für Kindeswohl) zusammen und zum anderen mit einem Helfern oftmals eigenen Omnipotenzgefühl. 

 

 

 


 

 

 

 

Wie das SPD geführte Bundesfamilienministerium die Alleinerziehendenzahlen puscht

 

Beim Bundeserziehungsgeld gibt es unterschiedlich hohe Einkommensgrenzen für Paare und sogenannte "Alleinerziehende". Paare erhalten bis zu einer Einkommensgrenze von 51.130 Euro das volle Erziehungsgeld, "Alleinerziehende" dagegen bis zu einer Einkommensgrenze von 38.350 Euro. (Zahlen aus "Zentralblatt für Jugendrecht", 2/2002).

Wer also als Paar mehr als 51.130 Euro Jahreseinkommen hat, tut gut daran, sich auf dem Antragsbogen als getrenntlebend zu deklarieren. Ob die beiden wirklich auseinander sind, oder ihre Wohnungen nur zwei Straßen auseinander leben und sich täglich sehen, prüft dabei keine Behörde. Unter dem Strich belohnt das Familienministerium damit das offiziell "Getrenntleben" und bestraft zusamenlebende Väter und Mütter.

Hinterher gibt es dann wieder eine "Arme alleinerziehende Mütter - böse Väter Kampagne", die durch alle Zeitungen  geht. Die Zahl der "Alleinerziehenden" nimmt zu und milliardenschwere Programme zur Förderung dieser "Lebensform" werden in Gang gesetzt, die ihrerseits wieder den Trend zum "Alleinerziehen" beflügeln.

Dass die SPD dann auch noch ungeniert dass Thema Familienpolitik als ihr originäres Kompetenzfeld verkauft, ist so ähnlich, als wenn ein Pädophiler sich rühmt, sich besonders um Kinder zu kümmern. 

24.0.2.02

 


 

Statistisches Bundesamt: Glaube nur der Statistik, die du selbst verfälscht hast.

In der DDR war man ja allerhand in Sachen Verfälschungen von Statistiken gewöhnt. Letzte Hand legte gewöhnlich der Oberfälscher und im Politbüro für Wirtschaft zuständige Günter Mittag an, wenn die Statistik nicht dem entsprach, was man sich im Politbüro wünschte.

Anscheinend arbeiten heute einige seiner Erben im Statistischen Bundesamt, das uns vor kurzem mit der Mitteilung beschied, das es nach dem jährlichen Mikrozensus 1998 in Deutschland 22,4 Millionen Familien gab.

"Davon waren

- rund 10,2 Millionen Ehepaare mit Kindern

- 9,4 Millionen Ehepaare, bei denen keine Kinder im Haushalt lebten, und

- 2,8 Millionen Alleinerziehende"

veröffentlicht in: "Zentralblatt für Jugendrecht", 5/2000

 

Der Familienbegriff, den das Statistische Bundesamt zugrunde legt, wird in der Meldung nicht verraten. Keine Familie scheinen alle nichtehelichen Lebensgemeinschaften zu sein. Die schlägt man kurzerhand schon mal den sogenannten "Alleinerziehenden" zu. Auch bei denjenigen Elternteilen, die freiwillig oder unfreiwillig tatsächlich allein die Betreuung des Kindes überwiegend oder ganz ohne den anderen Elternteil übernehmen, wird stillschweigend unterstellt, sie lebten allein mit dem Kind im Haushalt und nicht wie sehr häufig mit einem gegengeschlechtlichen Partner zusammen.

Nähere Auskünfte zu der eigenartigen Statistik erteilt:

Marianne Teupen, Tel 018888-643-8708

 

16.6.2001

 

 


 

 

 

Grüne "Familienpolitik"

Wie die heutigen Nachrichten melden, haben die Grünen gegenüber der SPD eine stärkere Förderung "Alleinerziehender" durchgesetzt. Im Gegenzug haben die Grünen gegenüber der SPD auf Milliardenforderung zur Arbeitsmarktpolitik verzichtet.

Nun heißt es also wieder mehr Geld für "Alleinerziehende". Anstatt die Übernahme von Betreuung und Versorgung von Kindern zu fördern, also alle Eltern zu entlasten, z.B. durch die Erhöhung des Kindergeldes wollen die Grünen ihre klassische Klientel bedienen - alleinerziehende Mütter, von denen sich in der Partei viele auf einflussreichen Posten befinden. Dies ist auch ein deutliches Signal gegen das Zusammenleben von Vater und Mutter. Wenn der Staat des "Alleinerziehen" als Lebensform fördert, wird dies auch verstärkt genutzt werden. Dies  steht in deutlichen Gegensatz zu den Zielen der SPD, die angeblich Familien stärken will. Kann natürlich sein, dass inzwischen auch bei der SPD eine Familie nur noch aus Mutter und Kind besteht.

Gute Nacht Deutschland, kann man da nur sagen.

14.1.2002

 


 

 

 

Bundesfamilienministerium legt Studie zur Situation der Alleinerziehenden in Deutschland vor

Schon der Titel ist wertend: "Alleinerziehen - Vielfalt und Dynamik einer Lebensform" heißt eine neue Studie des Bundesfamilienministeriums mit über 450 Seiten Umfang, die jüngst vorgelegt und in der Schriftenreihe des Ministeriums veröffentlicht wurde. "Vielfalt" und "Dynamik" sind wahrlich keine sehr kritischen Begriffe und passen in einen frauenbewegten Diskurs, in dem die Alleinerziehenden häufig als Pioniere (Pionierinnen?) entfesselter Weiblichkeit gefeiert werden. "Am schönsten ist's mit Kind und ohne Mann," trällerte erst kürzlich der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) in seinem Infoblättchen. (Was die dort organisierten alleinerziehenden Väter dazu gesagt haben, ist leider nicht bekannt; es stellt sich die Frage, ob es sie in diesem Verein tatsächlich gibt.) Dieser Geist zieht sich auch durch die Studie des Ministeriums - aber nicht nur: Die Ergebnisse der Erhebungen passen zu guten Teilen gar nicht zur feministischen Ideologie. Und in dem fünfköpfigen Forscher-Team scheint es deswegen heftig gekracht zu haben. Die folgende Auseinandersetzung mit der Studie bezieht sich - ... - im wesentlichen auf das Kapitel 7 über den "anderen leiblichen Elternteil". Eine intensivere Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen zum Thema "Unterhalt" im selben Kapitel ist derzeit noch in Arbeit.

 

Bislang gehen die vorhandenen einschlägigen Arbeiten davon aus, „dass zwischen dem nicht im Haushalt lebenden Elternteil, in der Regel dem Vater, und den Kindern eher ein geringer oder gar kein Kontakt besteht.“ (S. 232) Dem widerspricht nicht nur Michael Matzner in seinem 1998 erschienen Buch „Vaterschaft heute. Klischees und soziale Wirklichkeit“, auf das ich beim Lesen der BMFSFJ-Studie immer neugieriger geworden bin. Matzner „nennt eine Vielzahl von Problemen, die es den Vätern erschweren, über die Scheidung hinaus einen ‚normalen’ Umgang mit ihren Kindern zu pflegen. ... wie zum Beispiel strittige Besuchsregelungen und würdelose Kindesübergaben. Auch die Aussetzung der Besuchsregelung erschwert dem Vater den Zugang zu seinen Kindern und stellt – nach Matzner – eine von vielen Umgangsbeschränkungen und –verwehrungen dar.“ (ebd.)

Die jetzt vom BMFSFJ vorgelegte Studie kommt immerhin ebenfalls zu einem erfreulichen Ergebnis: „Die Bereitschaft zur Kontaktaufnahme zu dem Kind gilt als ein wichtiges Indiz für das Interesse an dieser Beziehung.“ Bisher jedoch habe man aufgrund der vorgelegten wissenschaftlichen Erkenntnisse vermuten müssen, „dass der andere Elternteil wenig Initiative diesbezüglich zeigt. Die Erkenntnisse der vorliegenden Studie belegen das Gegenteil: Am häufigsten nimmt der andere Elternteil Kontakt auf ... Neben dem hohen Grad an Initiative von seiten des anderen Elternteils erstaunt die Anzahl von nicht im Haushalt lebenden Eltern und Kindern, die ein gemeinschaftliches Interesse äußern.“ (S. 235)

Neben solchen interessanten Ergebnissen krankt die Studie daran, dass sie eben nur eine Befragung der Alleinerziehenden ist. ...  So tritt denn auch über weite Strecken der Suche nach den Ursachen des Alleinerziehenden-Booms einmal mehr das variable Klischee vom mal desinteressierten, mal überforderten, mal gewalttätigen, dann wieder drogen- oder alkoholabhängigen oder spielsüchtigen Mann in den Vordergrund. Immerhin habe ich auch eine Stelle gefunden, wo eine kaufsüchtige Ehefrau die Familie ruiniert hat: Der Mann trennte sich, arbeitete im Vierschichten-Rhythmus, um sich selbst möglichst schnell eine materielle Grundlage zurück zu erobern, und gewann nach zweijährigem Bemühen den Kampf um das Sorgerecht. (S. 57 f.)

Daneben aber auch immer wieder das Übliche: Ausschließlich Frauen geben an, vor gewalttätigen Männern das Weite gesucht zu haben, ebenso ausschließlich betrifft Alkoholismus, Drogen- oder Spielsucht in den Aussagen unserer Alleinerziehenden die Männer. Aus einer empirischen Kritik dieser Studie könnte man immerhin noch das Fazit ziehen: Alleinerziehende Männer suchen offenbar bei weitem nicht so häufig nach einem Opferstatus, der ihnen nun ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit ermöglicht, sondern gehen die Situation (in der sie ja nun leider aber viel seltener sind!) pragmatischer und engagierter an. Das hat zweifelsohne auch damit zu tun, dass einem auf dem Sozialamt herum jammernden Staplerfahrer oder Krankenpfleger nur Wenige dieselbe Compassion entgegen bringen werden wie der der in ihrem Job durchaus ähnlich dotierten Fachverkäuferin oder Rechtsanwaltsgehilfin.

Umgang und Umgangsverweigerung 

Einen Tiefpunkt erreicht die Studie, als sie der Frage nachgeht, von wem der Kontakt (zwischen Kind und „anderem“ Elternteil) abgebrochen wird und warum. Gerade mal eine Seite ist den Autoren das Thema wert, und ein Hinterfragen und Durchleuchten der Angaben unserer – wie gesehen nicht allzu selbstkritischen – Alleinerziehenden kann man offenbar auch hier nicht erwarten. 

„Die Interviewten vermuten in der Mehrzahl, dass kein Interesse mehr an dem Kind besteht. Weitere Begründungen für den Abbruch der Kontakte stellen der Alkoholismus des Vaters und fehlende Unterhaltszahlungen dar. Die Kinder kündigen die Beziehung zum Vater auf, weil sie Verhaltensweisen kritisieren, ihn z.B. unzuverlässig erleben, nicht in seine neue Familie integriert werden, vom Vater enttäuscht sind und sich von ihm verlassen fühlen.“ (S. 237 f.)

Lust auf mehr in dieser Preislage? Na gut, hier kommt eine Zugabe, die es in sich hat:

„Die Mütter (!) beenden die Beziehung zwischen Vater und Kind v.a. wegen der Nichteinhaltung von Terminen und Versprechungen gegenüber dem Kind, wegen des Wechsels des Wohnortes, aber auch (!!), um die Beziehung des Vaters zu Kind endgültig zu unterbinden. Der Kontaktbruch wird demnach am häufigsten durch den Vater veranlasst (!!!), möglicherweise weil die Konflikte zwischen den Eltern als unlösbar eingeschätzt werden und auch die Eltern-Kind-Beziehung einschließen oder um ein anderes Leben zu beginnen, das mit der ‚alten Familie’ nicht vereinbar war.“ (S. 238)

... , ich schwöre, ich habe dieses Zitat nicht gekürzt oder verfremdet; das einzige, das dabei von mir ist, sind die Ausrufezeichen, ein jedes steht für ein lautes „Ha!“ Die gesamte, in diesem Bereich bestehende Konfliktlage in Bezug auf Umgangsverweigerung und -vereitelung ist den AutorInnen offenbar gar nicht bekannt. Dabei haben selbst Zeitschriften wie „Eltern“ und „Brigitte“ schon darüber berichtet. Die Unbekümmertheit, mit der hier offenkundiger Rechtsbruch und seelische Misshandlung der Kinder beschrieben werden, wird nur noch getoppt durch den messerscharfen Schluss, dass „demnach“ am häufigsten der Vater den Kontaktabbruch „veranlasst“. ...

Dabei ist wohl nicht zu bezweifeln, dass auch viele Väter in einer für uns beschämenden Weise ein Desinteresse an ihren Kindern deutlich machen. Aber selbst da wäre im Einzelfall  Ursachenforschung angebracht. Doch hat dies die intellektuellen Kapazitäten und das beschränkte Erkenntnisinteresse unserer Autoren wohl ebenso überfordert wie die Objektivität der Alleinerziehenden. Auch der geradezu hirnerweichende Widerspruch zu den oben erwähnten Erkenntnissen der eigenen Studie, die nur fünf Seiten früher dargestellt werden, macht unseren Wissenschaftlern offenbar keine Probleme – oder doch? Immerhin nehmen sie nach diesem akademischen Tohuwabohu schließlich doch noch zur Kenntnis, dass „diese Angaben ... lediglich die Sicht des alleinerziehenden Elternteils wiedergeben.“ S. 240)

Wechselbad der Erkenntnisse

Genau das ist aber die Krux, dass diese Sicht – und nicht etwa auch das Wohl der mitbetroffenen Kinder – im Grunde das alleinige Interesse der Studie ist. Eine (ideologie-)kritische Auseinandersetzung mit den Alleinerziehenden und ihrer Lebensform kann vor diesem Hintergrund nicht stattfinden. Im Gegenteil kommt da schon mal ein Lamento wie das folgende: „Ende der 80er Jahre schienen die Diskriminierungen der Gruppe Alleinerziehender weitgehend abgebaut. Mit der neuen Sorgerechtsregelung laufen sie Gefahr, gleichsam durch die Hintertür’ erneut aufzukommen.“ (S. 285)

Apropos „Lebensform“: Der Begriff legt ja einen gewissen Modellcharakter nahe. Dem treten die Autoren allerdings entgegen, dies wollen sie – jedenfalls grundsätzlich – erst mal nicht propagieren. Vielmehr sei deutlich geworden, dass „die Lebensform ‚Alleinerziehende’ ... nicht als bewußt geplante Lebensform entsteht.“ (S. 38) Das gibt es in den Fällen, die geschildert werden, zwar auch, kann jedoch demnach nicht als die Regel angesehen werden. Das Wechselbad der Erkenntnisse geht im übrigen weiter. Auf Seite 251 wird festgestellt, die bisherigen Studien ergäben, dass Väter nach der Trennung zu ihren Kindern nur noch selten und unregelmäßigen Kontakt hätten. „Die vorgelegten Untersuchungsergebnisse können diese Befunde nicht so pauschal bestätigen, belegen aber eine hohe Brisanz in dieser Beziehung, die sich zum Teil in der Widersprüchlichkeit der Aussagen der Befragten widerspiegelt.“ In dieser Situation dann auf jede psychologische Auswertung dieser brisanten Konstellationen zu verzichten, ist – angesichts eines wissenschaftlichen Teams von fünf (!) Personen – eigentlich sträflich und entwertet eine Studie, die somit nur durch ihre eigene Widersprüchlichkeit (und ihren unkritischen Positivismus) zu einem Nachdenken reizt, das die Arbeit selbst weitgehend schuldig bleibt.

 

Erstaunlich ist, welch dezidierte – meist negative – Bewertungen die Studie für die alleinerziehenden Väter findet, die ihre Expartnerinnen angeblich immer so negativ beurteilen - im Gegensatz zu den befragten Frauen! Angesichts der Tatsache, dass der Ausarbeitung in diesem Bereich gerade mal die Befragung von sieben alleinerziehenden Männern – im Gegensatz zu 111 befragten Frauen – zugrunde lag (S. 265), hätten sich die Autoren da doch besser ein wenig zurückgenommen. 

Unterhalt: "Aber keinen Pfennig mehr!"

In anderen Bereichen war die Erhebungsgrundlage offenbar breiter (Telefonbefragung), so bei Unterhaltsfragen. Hier ergab sich: "Alleinerziehende Väter erhalten zu einem Viertel Unterhalt für ihre Kinder, bei den alleinerziehenden Müttern sind es 67 %. ... Augenfällig ist, dass darüber hinaus 39 % der alleinerziehenden Väter keinen Unterhalt wollen, alleinerziehende Mütter verzichten nur in 5 % der Fälle auf ihren Anspruch.

Zudem ist ....der Aufenthaltsort unterhaltspflichtiger Väter häufiger unbekannt (27 %) als der unterhaltspflichtiger Mütter (6 %)." (S. 278) Hier wird auch festgestellt - was andernorts in der selben Studie in Abrede gestellt wurde -, dass es einen "signifikanten Zusammenhang zwischen der Kontakthäufigkeit des Unterhaltsverpflichteten zum Kind und den Unterhaltszahlungen" gibt: Je seltener und unregelmäßiger dieser Kontakt war, "desto wahrscheinlicher ist es, dass für das Kind keine Unterhaltszahlungen erfolgen. Besteht auf der Eltern-Kind-Ebene kein Kontakt, dann erhalten 46 % der Kinder Unterhalt. Findet der Kontakt hingegen mindestens alle zwei bis vier Wochen statt, so erhalten mindestens 80 % der Kinder Unterhalt." (ebd.) Und schließlich: "Alle unterhaltspflichtigen Väter mit gemeinsamem Sorgerecht kommen ihren Unterhaltsverpflichtungen nach." (S.279)

Dort wo kein Unterhalt gezahlt wird, liegt in den seltensten Fällen eine tatsächliche "Unterhaltsflucht" vor, sondern in aller Regel eine Zahlungsunfähigkeit des Pflichtigen aufgrund von Arbeitslosigkeit und/oder Sozialhilfebedürftigkeit. Grundsätzlich sollte dies niemanden wundern, denn das Unterhaltsrecht ist strafrechtlich bewehrt, und wer beharrlich die Zahlungen verweigert, wird entweder gepfändet oder wandert sogar ins Gefängnis. Und die Vorauszahlungen leistenden Jugend- und Sozialämter achten mit Argusaugen darauf, dass sie ihr Geld wiederkriegen. Dennoch ist die Paranoia vom allgegenwärtigen Unterhaltsverweigerer fast schon ein Gemeinplatz. Nach den durch die Studie vorgelegten Zahlen darf man wohl sagen: eine männerfeindliche Ideologie. Nur glaube keiner, dass die Studie dies offen ausspräche! Das könnte dann ja den feministischen Grundkonsens gefährden.

Deutlich macht dies aber auch, dass die Motivation eines Vaters, mehr Geld zu verdienen, deutlich steigt, wenn er das Kind, für das er den Unterhalt erwirtschaften soll, regelmäßig sieht. Wen kann dies eigentlich wundern? Dass Väter, denen gerade mal der Selbstbehalt bleibt - und die auch dann keinen Pfennig mehr in der Tasche haben, wenn sie Überstunden leisten, weil alles in den Unterhalt fließt - keinen Anlass sehen, auch nur einen Handschlag mehr zu tun, wenn sie zu ihren Sprößlingen nicht mal eine Beziehung aufbauen dürfen, ja diese sogar aggressiv unterbunden wird, können wahrlich nur die borniertesten ... nicht verstehen. Den Geist der Studie macht aber vor allem der folgende Satz deutlich: "(...) die Mehrzahl der Unterhaltsberechtigten erhält den gerichtlich festgelegten Betrag und - wie es Alleineriehende vielfach betonen - ‚keinen Pfennig mehr'." (S. 279) Nachdem die Lüge von der Unterhaltsverweigerung widerlegt ist, wird zugegeben, dass die Väter ihrer Pflicht nachkommen. Und um nur ja nicht von dem anklagenden Gestus zurücktreten zu müssen, wird jetzt betont: Aber mehr als ihre Pflicht tun sie nicht. Man fragt sich, was das eigentlich aussagen soll. Aber richtiggehend ratlos mag man werden, wenn nicht einmal zehn Zeilen später festgestellt wird, dass es eine hohe Beteiligung der Unterhaltspflichtigen über den Unterhaltsbetrag hinaus gebe: "Von 58 Unterhaltszahlenden beteiligen sich 40 an weiteren materiellen Ausgaben. In der Regel geht es dabei um Bekleidung der Kinder, Anschaffungen für das Kinderzimmer, Spielsachen und Taschengeld." (S. 280)

Doch die beckmesserische Kritik folgt - wie könnte es anders sein? - auf dem Fuße, dass diese Leistungen "erst auf Nachfrage der Alleinerziehenden" stattfanden. Nach dem Motto: Es kann ja wohl kein positives Verhalten der Unterhaltspflichtigen geben, dass sich nicht irgendwie relativieren lassen müsste!

Selbst zahlungsunfähige Unterhaltspflichtige sind offenbar bemüht, ihrer Pflicht auf anderem Weg nachzukommen. So ergab die Studie, dass diese zu handwerklichen Hilfen im Haushalt zur Verfügung standen oder etwa Gemüse aus dem Garten u.ä. mitgebracht hätten. "Geschenke erfolgen in der Regel nur (!) zum Geburtstag der Kinder und zu Weihnachten. Die Unterhaltsverpflichteten versuchen also zum Teil ihre Zahlungsunfähigkeit auszugleichen und einen Kompromiss zwischen den Ansprüchen der Befragten und den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu schließen." (S. 281) Weshalb das in dieser Studie ständig mit hinter... Einwänden konterkariert wird, darüber mag man spekulieren. Vielleicht hätten die nackten Tatsachen zu sehr an dem Mythos gekratzt, dass Frauen, zumal die alleinerziehenden, bessere Menschen sind. 

 

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Joachim Bell, Berlin, 10.9.01

jobel7@hotmail.com

 

 

 


 

 

 

"Alleinerziehende" - nach den Frauen die größte Opfergruppe in Deutschland?

Während in den fünfziger Jahren "alleinerziehend" noch ein Makel war, ist es für nicht wenige Frauen heute schick, sich als alleinerziehend zu bezeichnen.

Mütter und Väter, die durch den realen Ausfall des Vaters, z.B. durch Tod, schwere Krankheit oder "Rückzug" des anderen Elternteils, zu "Alleinerziehenden" geworden sind, verdienen Respekt und Anerkennung, für die Ausübung der Verantwortung für ihre Kinder.

Nicht wenige der sogenannten "Alleinerziehenden" sind in Wirklichkeit aber nicht alleinerziehend, sei es weil der getrenntlebende Vater/Mutter sich weiterhin an der Erziehung und Betreuung seiner Kinder beteiligt, sei es weil die "alleinerziehende" -Mutter mit einem anderen Partner oder Partnerin zusammenlebt. Manche Alleinerziehende ist erst nach längerer Umgangsvereitelung und anschliessender Resignation des Vaters zu dem geworden, als dass sie sich nun bezeichnet

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"Alleinerziehend" zu sein hat mehrere Vorteile.

1. Man gehört der Gruppe der Opfer an. Das sichert das Mitgefühl des Umfeldes oder wenn das nicht vorhanden wenigstens das eigene Mitgefühl.

2. "Alleinerziehend" zu sein, sichert den Alleinvertretungsanspruch für das Kind. Dadurch wird frau/man auch zum exklusiven Partner des Kindes und sichert sich so unmittelbare Zuwendung, da dem Kind ein zweiter gleichberechtigter Elternteil (Vater) nicht mehr zur Verfügung steht oder wie Psychoanalytiker sagen würden, die Triangulierungsfunktion des ausserhalb lebenden Elternteils (Vater) ist entfallen.

3. Als "Alleinerziehende" habe ich Anspruch auf Kindesunterhalt, Unterhaltsvorschuss und einen erhöhten Sozialhilfesatz für das Kind. Teile ich mit dem Vater paritätisch die Betreuungszeiten geht der Anspruch verloren.

4. Für "Alleinerziehende" ist die Gefahr geringer, durch eigene  Erwerbsarbeit für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu müssen. Die Sozialhilfe erlaubt zwar keine grossen Sprünge (es sei denn, es wird schwarz dazu verdient), aber ich muss wenigstens nichts morgens in irgend eine Firma und mich dort mit den Widrigkeiten des Erwerbsleben herumschlagen.

 2.7.2001

 

 


 

 

 

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes 18.6.01:

 

Immer mehr allein erziehende Väter

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es im Mai 2000 in Deutschland 332 000 allein erziehende Väter mit Kindern unter 18 Jahren. Das sind knapp zwei Drittel (63 %) mehr als im April 1991 (204 000). Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der allein erziehenden Mütter um knapp ein Drittel (31 %) auf 1,7 Mill. zu (1991: 1,3 Mill.). Im Mai 2000 gab es damit fünfmal mehr Mütter, die minderjährige Kinder allein erzogen, als Väter. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der europaweit größten jährlichen Haushaltsbefragung zu den Lebens- und Arbeitsverhältnissen in Deutschland.

Insgesamt wuchsen in Deutschland im Mai 2000 über 2,8 Mill minderjährige Kinder bei nur einem Elternteil auf, davon 436 000 bzw. 15 % beim Vater und 2,4 Mill. bzw. 85 % bei der Mutter. Bei der Interpretation dieser Daten ist zu berücksichtigen, dass "Allein Erziehende" auch Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sein können.

 

Weitere Auskünfte erteilt: Marianne Teupen,

Telefon: (01888) 643-8708,

E-Mail: mikrozensus@statistik-bund.de

 

 

Sehr geehrte Frau Teupen,

danke dass sie auch darauf hingewiesen haben, dass "Alleinerziehende" auch (häufig) in einer Partnerschaft leben (und damit de facto nicht alleinerziehend sind).

Nicht berücksichtigt haben sie aber, dass viele nichtverheiratete Väter, sich auch nach einer Trennung an der Erziehung des Kindes weiter beteiligen, wenn auch häufig in zeitlich geringeren Umfang als die Mutter, dies aber in der Statistik nicht auftaucht, weil die Mutter das alleinige Sorgerecht hat.

Hier wäre eine Verfeinerung der Erhebungsmethodik wünschenswert.

Real "Alleinerziehende" gibt es nach meiner Schätzung vielleicht 1 Millionen, statt der genannten 2 Millionen. Aber wie gesagt, um hier der Wahrheit näher zu kommen, muss die Statistik noch ihre Hausaufgaben machen.

Mit freundlichem Gruss

 

vaeternotruf.de

 


 

 

 

"Vor allem Alleinerziehende kämpfen mit Armut"

heisst ein Artikel im Berliner"Tagesspiegel", vom 26.4.01

 

Weiter heisst es, von den Alleinerziehenden, die in Berlin Sozialhilfe beziehen sind 96 Prozent Frauen.

Nun ist aber bekannt, dass 85 Prozent der sogenannten "Alleinerziehenden" Männer sind. Daraus kann man auf zwei Arten Schlüsse ziehen.

Variante 1 (Jammerfeminismus): "Alleinerziehende" Frauen haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer, als "alleinerziehende" Männer einen Job zu bekommen

Variante 2: Für "Alleinerziehende" Männer ist es im Gegensatz zu "alleinerziehenden" Frauen, eine Selbstverständlichkeit, trotz der überwiegend alleinigen Betreuung des Kindes weiter einer Berufstätigkeit nachzugehen und sich nicht von der Alimentierung durch das Sozialamt abhängig zu machen.

4/2001

 


 

 

 

Sozialpädagogische Familienhilfe

Wie das statistische Bundesamt mitteilt, wurden 1999 27.933 Familien mit sozialpädagogischer Familienhilfe unterstützt, davon dauerte bei 17.043 Familien mit 42.000 Kindern die Hilfe am Jahresende noch an, bei 10.890 Familien mit rund 26.000 Kindern wurde die Hilfe währende des Jahres 1999 beendet.

In 51,7 Prozent der Familien waren es "Alleinerziehende" (vermutlich zu ca. 90 Prozent Mütter. Wenn man jetzt polemisch wäre, würde man jetzt in Bild-Zeitungsmanier titeln: "Viele Mütter sind erziehungsunfähig", so wie das umgekehrt im Falle der "unterhaltsflüchtigen Väter" gern gemacht wird. Anm. vaeternotruf.de.) 

In 15,7, Prozent der Fälle lebten die Kinder mit einem Stiefelternteil zusammen, in 32,6 Prozent lebten die Kinder mit beiden Eltern zusammen.

Im Durchschnitt dauerten die im Jahr 1999 beendeten Hilfen 16 Monate.

zitiert nach: Pressemitteilung 441/00 vom 7.12. 2000

veröffentlicht in: "FamRZ", 7/2001, S. 405

 


 

 

 

"Über Alleinerziehende kann niemand mehr hinwegsehen"

titelt die Zeitschrift "Psychologie Heute", 11/2000, um im selben Artikel zu zeigen, dass der Begriff "Alleinerziehend" ziemlich unbrauchbar ist. Denn, so Ruth Limmer vom Staatsinstitut für Familienforschung: "Zunächst einmal ist der Begriff `Alleinerziehende` sehr problematisch - er bringt die Vielfalt dieser Lebensform nicht zum Ausdruck (wobei sich Frau Limmer selbst hier im Netz des ´Alleinerziehenden-Begriffs´ verheddert; Anm. vaeternotruf). Von ´Einelternfamilie` zu sprechen ist vielleicht weniger diskriminierend - aber ist es denn zutreffend? Unsere Studie zeigt, dass nur in 34 Prozent der so genannten Einelternfamilien die Erziehung tatsächlich auf eine Person konzentriert ist. Bei den anderen gibt es entweder einen sehr aktiven leiblichen Elternteil oder einen Stiefelternteil oder beides."

Anschliessend verwenden Interviewerin und Frau Limmer wieder völlig unkritisch den Alleinerziehendenbegriff. So auch, wenn die interessante Zahl von 500.000 ´alleinerziehenden´ Vätern genannt wird, wovon wohl die meisten Väter  ´getrennterziehende" Väter sind, deren Kinder ihren Lebensschwerpunkt beim Vater haben, aber die Kinder weiterhin Kontakte zur Mutter haben.

 

Mein Vorschlag, den unseligen "Alleinerziehenden"-Begriff nur noch da verwenden, wo wirklich jemand allein erzieht, also maximal in den 34%. Ansonsten besser von Getrennterziehenden sprechen. 

 

12/2000

 

 

 


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