Trennungstrauma

Kinder


 

 

 

Plötzliche Beziehungsabbrüche zwischen Kind und einer wichtigen engen Bindungsperson (Vater, Mutter), z.B. durch Tod infolge eines Verkehrsunfalls wirken in der Regel für das vom Verlust betroffene Kind traumatisierend. Dies muss nicht zwangsläufig heissen, dass das Kind für immer im traumatisierten Zustand verbleiben  muss. Wenn es ausreichend Zeit und Gelegenheit eingeräumt bekommt, sich den Verlust zu vergegenwärtigen und darüber zu trauern, kann im Prozess des Trauerns das Ereignis angenommen und mehr oder weniger abgeschlossen werden. Im Normalfall wird das vom Verlust betroffenen Kind von verständnisvollen Erwachsenen darin unterstützt. Anders dagegen beim Beziehungsabbruch infolge von Umgangsvereitelung durch den betreuenden Elternteil. Da dieser Elternteil dem anderen, ausgegrenzten Elternteil gegenüber hochgradig emotional negativ eingestellt ist, will er den Verlust des Kindes nicht sehen und auch nicht die Trauer des Kindes zulassen, geschweige denn, es darin unterstützen. Das Kind muss seine Trauer verleugnen und verdrängen. Die Verdrängung führt, kurz gesagt zur Entstehung einer Neurose. Dabei bedarf es einer dauernden Energiezufuhr, um das verdrängte "Material" im Unterbewussten zu halten. Die dadurch an den Konflikt gebundene psychische Energie steht dadurch aber nicht für die Lebensprozesse zur Verfügung, im Gegenteil, wird ständig Energie von anderen lebenswichtigen Bereichen zur Niederhaltung des verdrängten" Materials" benötigt. Das Kind wird krank, psychisch auffällig, entwickelt Suchtverhalten.

 

8.7.01

 

 


 

 

"<... und hab nicht mehr gewußt, wer ich eigentlich bin.>

Die psychischen Folgen des Trennungstraumas am Beispiel des Scheidungskindes"

 

Helmuth Figdor

in: ""Familie, Partnerschaft und Recht", 2/1997, S. 60 - 67

Unser Prädikat: empfehlenswert

 

 

 


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